Stefanie Kuhnert ist Weltmeisterin

In Zell am See / Kaprun in Österreich fanden am Sonntag 30.08.2015 die Triathlon-Weltmeisterschaften über die Ironman 70.3 Distanz (d.h. 1,9 KM Schwimmen, 90 KM Radfahren und 21,1 Km Laufen) statt. Vom VfL Pfullingen hatten sich die beiden Athletinnen Stefanie Kuhnert und Sigrid Preusch an gleicher Stelle im Vorjahr für die Weltmeisterschaft mit Siegen in ihren jeweiligen Altersklassen qualifiziert. Ein Jahr intensiver Vorbereitung, für die beiden jeweils voll berufstätigen Frauen, lagen hinter ihnen, als sie sich am Sonntag hinter der Startlinie ihrer jeweiligen Startgruppen einreihten.

Insgesamt waren 859 Athletinnen aus 70 Nationen am Start. Daneben gab es noch eine separate Wertung für die Triathlon-Profis. Dort hatten sich weitere 30 Athletinnen qualifiziert.Stefanie Kuhnert war wie erhofft von Anfang an an der Spitze des Starterfeldes zu finden und stieg bereits nach 26 Minuten Schwimmen als Vierte aus dem Zeller See und ging auf die 90 Km lange Radstrecke. Auf der Radstrecke war der 13 Km lange Anstieg zum Filsensattel mit 900 Höhenmetern zu überwinden, wobei auf den letzten zwei Kilometer Steigungen von 14 – 17 % auf die Athletinnen warteten. Wie von ihrer Trainerin und Trainingspartnerin Sigrid Preusch erwartet und dementsprechend zu Hause an der Auffahrt zum Oberen Lindenhof trainiert, sollte dort bereits eine Vorentscheidung für Stefanie fallen. Mit einem fast unglaublichen Schnitt von knapp 21,5 Km/h stürmte Steffi den Berg hinauf und ließ ihre Konkurrentinnen nicht den Hauch einer Chance (Anmerkung: Auf diesem Streckenabschnitt waren nur zwei Profitriathletinnen schneller) . Als Stefanie nach 2.35.05 Std vom Rad stieg, betrug Ihr Vorsprung auf ihre Konkurrenz bereits fast 6 Minuten.

Bei großer Hitze (34 Grad im Schatten, doch wo war der Schatten) ging Steffi auf die 21,1 Km Laufstrecke. Zu absolvieren waren 2 Runden von Zell am See nach Thumersbach und durch das Zentrum von Zell am See. Vor einer großen Zuschauerzahl, geschätzt zwischen 20.000 und 30.000, darunter auch 10 Pfullinger, ließ Steffi nicht nach und rannte die 21,1 Km in 1.32.23 Std herunter. Als sie in den Zielkanal einbog verkündete der Sprecher bereits, dass die Weltmeisterin im Anmarsch ist. Viele Hände streckten sich Steffi im Zielkanal zum Abklatschen entgegen. Mit ihrer Gesamtzeit von 4.40.43 Std lag sie deutlich vor der 2. Emily Loughnan aus Australien (4.48.47 Std) und der 3. Victoria Schenk aus Österreich (4.49.05 Std). Steffi hatte damit nicht nur Ihre Altersklasse (25 – 29 Jahre) gewonnen, sondern war schnellste Frau aller 859 Amateur-Starterinnen. Eine wirklich phänomenale Leistung wurde belohnt. Bei der eindrucksvollen und kurzweiligen Siegerehrung in der Eishalle von Zell am See erhielt Steffi die Weltmeisterjacke und den Pokal. Ein besondere Belohnung war die Mitteilung, dass sie bereits für die Weltmeisterschaften im nächsten Jahr an der Gold Coast in Australien qualifiziert ist. Wir gratulieren Steffi ganz herzlich zu dieser Leistung!

Nicht so gut verlief der Wettkampf für ihre Trainingspartnerin und Trainerin Sigrid Preusch. Aufgrund eines im Vorfeld des Wettkampfes erlittenen Infekts, musste Sigrid bereits auf dem zweiten Laufkilometer aussteigen. Für Sigrid war dies doppelt schade, da dies ihr letzter Triathlonwettkampf sein sollte.